Xpeng G6 Performance: Premiumanspruch klar angemeldet
Um sich in der Schweiz schnell und nachhaltig als Hightech-Elektromarke zu etablieren, gibt Xpeng gerade mächtig Strom. Das zeigt auch der Autosprint-Test des schicken SUV-Coupés G6.

Den Markennamen Xpeng sollte man sich merken. Der erste Eindruck des G6 AWD Performance: tolles Design und tadellose Verarbeitung. Das schwungvoll gezeichnete Cockpit wirkt edel. Was nach Premium aussieht, fühlt sich auch so an. Und das SUV-Coupé liefert trotz seines schicken, abgeschrägten Hecks selbst im Fond mehr als genügend Kopf- und Beinfreiheit. Das grosszügige Raumgefühl überrascht und macht den G6 auf langen Strecken zu einem sehr angenehmen Reisebegleiter. Die Sitze sind bequem und bieten dennoch den nötigen Seitenhalt, wenn man den Stromer sportlicher um die Ecken scheucht.
Auch das Fahrwerk (zwar straff, aber eben nicht unkomfortabel) des 4,76 Meter langen und 1,92 Meter breiten G6 passt. Die präzise und nicht etwa synthetisch wirkende Lenkung gefällt ebenfalls, und selbst bei hohen Tempi auf der deutschen Autobahn liegt der Xpeng souverän und sicher auf der Strasse. Erfreulich zudem: Die Reichweite schmilzt nicht wie Eis an einem heissen Sommertag. Der 80,8-kWh-Akku unseres kraftvollen Allradlers (350 kW/476 PS und 660 Nm) schafft trotz Sportambitionen im Test locker über 475 km. Geht man nicht so forsch zur Sache, sind gemäss WLTP bis zu 510 km möglich (die Version mit Heckantrieb schafft gar 525 km). Auch an der Ladesäule geht es zügig zur Sache: Dank 800-Volt-Technologie lädt er mit bis zu 280 kW. So dauert es von 10 auf 80 Prozent knapp 15 Minuten.

Clevere Details erhöhen den Komfort
Ebenfalls clever gelöst: Sobald der Fahrer den Blinker setzt, wird automatisch das Kamerabild der entsprechenden Seite im Display gezeigt und so der tote Winkel praktisch eliminiert. Den Rückspiegel gibt es mit Livebild. Funktioniert zwar einwandfrei, sorgt aber für zu viel Unruhe in unserem peripheren Blickfeld. Die Xpeng-Ingenieure meinten es wegen des Fliesshecks und des eher kleinen Heckfensters mit der Kamera-Lösung ja gut, aber wir sind dennoch froh, kann man ihn per Knopfdruck auch als herkömmlichen analogen Rückspiegel nutzen. Ein grosses Plus an Komfort liefert die Massagefunktion der Vordersitze. Man kann sich nach Lust und Laune kneten lassen. Das Angebot reicht von «Stress abbauen» über «Vitalität wecken» bis zu «Körperliche Regeneration» und hat auch drei Intensitätsstufen. Die 15 Minuten tun echt gut! Ideal bei Ladepausen, die eh kaum länger dauern.

Positiv überrascht hat im Test zudem der Sprachassistent. Während viele Systeme mit frustrierendem «Ich habe Sie nicht verstanden» reagieren, setzt der Xpeng Befehle zuverlässig und schnell um: neues Navigationsziel, andere Innentemperatur oder neuer Radiosender – alles kein Thema! Hier macht sich die AI-Kompetenz des chinesischen Neulings bemerkbar. Alles perfekt beim ab 51 600 Franken erhältlichen E-Allradler? Fast. Einzig beim Temperaturfühler des Testwagens sehen wir Optimierungspotenzial, denn die Klimaanlage will uns scheinbar schockfrosten. Erst bei einer Einstellung von etwa 25 °C bläst aus der Klimaanlage nicht mehr eine steife Bise, sondern gefühlt angenehme 20 °C.

Expertenmeinung: Xpeng G6 Performance
Das schnittige SUV-Coupé überzeugt mit hochwertigem Interieur, viel Platz, hoher Langstreckentauglichkeit und cleveren Assistenzsystemen. Zudem fährt der dynamische E-Allradler mit schneller Ladetechnik und vor allem attraktivem Preis vor.
Vorteile
+ Edles Interieur, viel Platz und gutes Raumgefühl
+ 800-Volt-Technik für schnelles Laden
+ Komfortables Fahrwerk mit präzisem Handling

Nachteile
– Übereifrige Klimaanlage
– Digitaler Rückspiegel ist etwas zu viel Technikliebe


