Test Mazda CX-5 «Homura»: Japanische Gelassenheit
Der neue Mazda CX-5 eifert einem japanischen Zen-Garten nach und setzt auf Entspannung und Harmonie. Der schicke SUV bietet viel Platz und Komfort, ist aber kein temperamentvoller Dynamiker.

Die neue Generation des Mazda CX-5 soll an den äusserst erfolgreichen Kompakt-SUV anknüpfen, von dem heute noch fast 20’000 Stück auf Schweizer Strassen unterwegs sind. Mit seinem grosszügigen Platzangebot überzeugte der elegante Japaner als idealer Begleiter für Familien, Reisen und diverse Freizeitaktivitäten. Auch der neue Mazda CX-5 bietet dank eines grösseren Radstands enorm viel Bein- und Kopffreiheit – auch im Fond. Und er glänzt mit einem grosszügigen Gepäckraum von 583 Litern, bei umgeklappten Rücksitzen gar 2019 Litern. Praktisch: die zwar 135 Franken extra kostende Kofferraumwanne aus Plastik, damit alles sauber bleibt.

Auf Komfort statt Sportlichkeit getrimmt
Beim Platz und Komfort gibt’s keine Abstriche, denn Strassenlage und Fahrverhalten sind ausgezeichnet. Der Mazda bügelt Schläge gekonnt aus, ohne in zügig gefahrenen Kurven zu schwammig oder zu schauklig zu werden. Man gleitet meist sanft und gelassen dahin, und das ist wohl auch gut so, denn Sportlichkeit ist nicht die Sache des Japaners. Sein 2,5-Liter-Benziner liefert zwar 141 PS/104 kW und 238 Nm, aber viele Reserven hat der stattliche, 4,74 Meter lange und rund 1,7 Tonnen schwere Crossover damit leider nicht.

Die sanfte 6-Gang-Automatik passt zur geruhsamen Kraftentfaltung des Vierzylinders. Verlangt man rasch mehr Dynamik und Durchzug, sollte man besser manuell über die Lenkradpaddels die Gänge wechseln, sonst wird es im ruhigen Interieur laut. Der ohne Elektrifizierung auskommende Benziner braucht zudem über 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h, und dennoch lässt er sich im Test trotz automatischer Zylinderabschaltung kaum unter 7,6 l/100 km bewegen.

Google und Tempowarnungen irritieren
Doch irritierender sind im edlen Innern samt elektrischem Panorama-Schiebedach, 10,25-Zoll-Instrumentenanzeige und 12,9-Zoll-Touchscreen mit recht intuitiver Bedienung die ganzen Warnungen, welche die Ruhe im harmonischen Zen-Garten stören. Im Test meint es der Mazda besonders auf der Zürcher Hardbrücke gut: Google Maps glaubte wiederholt, nicht auf, sondern unter der Brücke unterwegs zu sein, und hier gilt 30 km/h. Konsequenz: laufende Tempowarnungen, die an den Nerven zerren. Auch die Verkehrszeichenerkennung überzeugte nicht vollständig, sodass oft und hektisch vor zu hohem Tempo gewarnt wurde. Schade, das müsste nicht sein, lässt sich aber vielleicht durch ein Software-Update beheben.

Denn ansonsten macht der als Fronttriebler bereits ab 37’800 Franken erhältliche Mazda CX-5 vieles richtig und überzeugt wie unser Testwagen mit Allrad mit viel Komfort und Platz, schickem Design sowie guter Verarbeitung. Und sind wir ehrlich: Auch bei anderen Neuwagen nerven übereifrige Assistenzsysteme inzwischen gehörig.

Expertenmeinung Mazda CX-5 «Homura»
Der schicke Crossover ist ein sanfter Gleiter, dürfte aber etwas kräftiger motorisiert sein. Wer viel Platz, gute Verarbeitung und hohen Komfort schätzt und es selten eilig hat, wird mit dem CX-5 als Fronttriebler oder 4×4 sicher glücklich.

Vorteile
+ Ausgezeichnete Strassenlage und viel Komfort
+ Grosszügiges Platzangebot und Gepäckraum (583 bis 2019 Liter)
+ Elegantes Design und gute Verarbeitung

Nachteile
– Für einen stattlichen SUV recht dezente Power
– Google Maps und Tempowarner überzeugen nicht

