Range Rover SV P615: Schloss auf Rädern

Wie fühlt es sich an, als eingeschworener Skoda-Octavia-Fahrer mal einen Range Rover zu fahren? Autosprint-Art Director Robert Knopf lässt sich vom neuen SV P615 verwöhnen.

Fotos: Autosprint

In diesem Briten steckt ein bisschen Bayern. Erinnern Sie sich an Rover? Von 1994 bis 2000 gehörte die Marke BMW, wo der damalige Range Rover entwickelt wurde – mit BMW-V8. Zwar trennten sich die Wege wieder: Rover verblich, Land Rover gehört heute Tata. Doch die britisch-deutsche Freundschaft blieb und wurde aktuell reaktiviert: Im neuen Topmodell, dem SV P615, steckt BMWs 4,4-Liter-V8, um mit 452/615 PS anderen Power-Highend-SUV die Zähne zu zeigen.

Robert Knopf ist das alles wurst. Der Autosprint-Art Director fährt schon immer und gerne Skoda Octavia Combi. Sein aktueller Benzinerkombi ist dreizehnjährig. Wie ihm wohl das neue Prachtstück von Range Rover schmecken würde? Testfahrt! Robert staunt: Von hier oben blickt er samt den Kindern und Kegeln erhobenen Hauptes auf andere SUV hinab. Sogar der Nachbar im teuren BMW nickt auf einmal anerkennend, während Robert sich von üppigen Ledersesseln elektrisch durchmassieren lässt. Draussen zieht die Landschaft so still vorbei wie in einem Stummfilm.

Weit entfernt vom Alltag
Ortsende. Robert grinst spitzbübisch, gibt Vollgas – und stutzt: Es dauert einen Lidschlag, ehe 2,9 Tonnen Edelmetall in Schwung kommen. «Leicht verzögert – aber dann Kraftreserven ohne Ende!», lobt Robert. Denn das passt prima zum Range-Charakter: Seine Lordschaft rennt nicht hektisch los, sondern nimmt Haltung an und schiebt dann mächtig. In Zahlen: 4,5 Sekunden auf 100 Sachen (Spitze 261 km/h). Meist schlummert die Wuchtbrumme aber nur im Hintergrund.

Schwebt völlig abgehoben
«Man scheint zu schweben und spürt keinerlei Unebenheiten», vermerkt Robert zum Fahrwerk. In der Tat ist das für den SV massgenschneiderte Luftfederfahrwerk ein Wunderwerk. In Kurven tut der SV so, als wären da keine: aufrecht wie Buckingham Castle. Selbst fiese Temposchwellen verschwinden wie in Watte. Wow! Bei alledem bleibt der Riese (Länge 5,06, Breite 2,05, Höhe 1,87 Meter) erstaunlich behände. «Grossartige Übersicht», so Robert, «und drinnen sitzt alles am richtigen Platz.» Touchscreen ja, Rätsel nein, und «alles intuitiv und mit schönster Haptik». Wow!

«Grossartig» urteilt Robert am Ende. «Was kostet der?» Robert schätzt auf vier Octavia. Naja, das ergäbe nur den Basis-Range (ab 156700 Franken). Der SV liegt ab 230600 Franken, als P615 ab 276900 Franken. In Roberts Währung: sieben Octavia. Du bist auf einmal so still, Robert? Na, für das Schloss auf Rädern sind 12,8 l/100 km im Test (laut Werk 12,1 l/100 km) immerhin noch fair. «Range Rover ergibt abgekürzt nicht grundlos die Initialen RR. Wie Rolls-Royce», sagt Robert nur.

 

Expertenmeinung: Range Rover SV P615
Nicht nur Robert wird diese First Class auf Pneus vermissen: Der Land Rover SV ist weniger ein Auto als ein mobiler Wellnessbereich. Abge­hobener geht kaum – und teurer leider auch kaum.

Vorteile
+ überragender Federungskomfort
+ grandiose Salonatmosphäre
+ sehr souveräner Achtzylinder

Nachteile
– Parkhäuser werden eng
– erschreckender Preis

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