Nissan Micra: Comeback der kleinen Ikone
Der Nissan Micra war immer knuffig, agil und praktisch – ein idealer Kleinwagen für die Stadt. Kein Wunder, war er ein Erfolgsgarant für die japanische Marke. Der neue Micra knüpft nahtlos daran an.

Die erste Micra-Generation kam 1983 auf den Markt. Die ursprünglich karge Anmutung erhielt mit der zweiten Generation ab 1993 eine Aufwertung, der Micra wurde gar zum «Auto des Jahres» gewählt. Einen Technologiesprung gab es ab 2003 mit der dritten Generation, die schon mit Keyless-Zugang aufwartete und zudem als Coupé-Cabriolet kam. Die vierte Generation wurde ab 2010 auf 160 Märkten angeboten und 2017 von der fünften Generation abgelöst: sportlicher, breiter und für eine designaffinere Zielgruppe. Doch dann war 2022 nach über sechs Millionen Verkäufen weltweit Schluss – schade!
Coole und frische Optik
Nun ist der Micra, technisch basierend auf dem Renault 5, zurück – und das ist gut so! Er tut der Marke Nissan gut, und er macht richtig Spass beim Fahren. Zudem sieht die Kleinwagen-Ikone deutlich anders aus als ihr französischer Technikzwilling. Witzig sind die schmalen, kreisförmigen LED-Scheinwerfer, die an die runden Leuchten älterer Micra erinnern. Clever sind die seitlichen Beplankungen und die prägnanten Schweller, welche dem 3,97 Meter langen und 1,56 Meter breiten Cityflitzer zusätzliche Robustheit im Alltag und eine SUV-artige Optik verleihen. 14 Farbkombinationen, auch zweifarbige Varianten mit schwarzem oder silbernem Dach, komplettieren den gelungenen Auftritt.
Der Fuji ist immer dabei
Trotz der kompakten Aussenmasse gibt es im Innern zumindest vorne genügend Platz und mit 326 bis 1106 Litern Kofferraum ebenfalls ausreichend Stauraum. Das Interieur ist gut verarbeitet und in drei Ausstattungsvarianten erhältlich: von «Modern» mit viel recycelten Materialien über «Chill» bis «Audacious» mit Kunstleder. Die Ähnlichkeit zum R5, vor allem im Cockpit mit dem 10,1-Zoll-Infotainments und zig Hebeln und Schaltern rund ums Lenkrad, ist unverkennbar – schade, das fanden das schon in dem Franzosen suboptimal. Dafür gibt es an Bord Google für direkten Zugriff auf Google Maps oder nette Details: Der legendäre Fuji, mit 3776 Metern Japans höchster Berg, fährt in jedem Micra als «Easter Egg» auf der Gummimatte in der Mittelkonsole und im Kofferraum mit.
Angeboten wird der Micra nur als Stromer. Entweder mit einer 40-kWh-Batterie, die mit dem 90 kW/122 PS starken E-Antrieb Reichweiten bis zu 317 Kilometern erlaubt. Oder in einer Version mit 110 kW/150 PS, die dank 52 kWh bis zu 416 Kilometer schaffen soll. Über einen Knopf am Lenkrad wechselt man zwischen den Fahrmodi und ist mal sportlicher (mit bis zu 245 Nm), komfortabler oder effizienzbewusst (mit nur 215 Nm) unterwegs.
Der Micra macht richtig Laune, liegt gut auf der Strasse, überzeugt mit direkter Lenkung und bietet selbst auf unruhigeren Strassen genügend Komfort. Schade nur, dass man im Eco-Modus auf der Autobahn bei 110 km/h eingebremst wird. Das verdonnert uns zum Hinterherfahren hinter LKW oder vielen Spurwechseln. Ansonsten weiss der ab 28200 Franken erhältliche Micra zu überzeugen. Wer künftig von keckem Augenzwinkern und spezieller Lichtgrafik begrüsst werden will, sollte sich den Micra unbedingt anschauen.

Zwei mit demselben Jahrgang: Laurent Fessy und Nissan Micra





