Xpeng denkt Mobilität weiter

Xpeng ist mehr als ein weiterer Autohersteller. Das Unternehmen von Gründer und CEO He Xiaopeng will künstliche Intelligenz nicht nur digital, sondern auch physisch erlebbar machen. Wie, zeigte es beim «Global Brand Day» in München.

He Xiaopeng, CEO und Chairman von Xpeng, während des grossen Launch-Events für den L03 in München (D). Fotos: Autosprint

«Wir sind ein Technologieunternehmen», bringt es Jacky Gu, Vice President von Xpeng, auf den Punkt. Die Marke mit hierzulande vier attraktiven Automodellen im Angebot ist viel mehr als ein weiterer Autohersteller aus China. Erst 2014 gegründet, beschäftigt Xpeng heute weltweit 36’000 Mitarbeitende, fast 45 Prozent davon in Forschung und Entwicklung. «Wir denken fünf bis zehn Jahre voraus. Wir produzieren ultraschnelle Chips, fliegende Autos, Drohnen und Roboter und wollen nun möglichst früh im Bereich physischer KI Fuss fassen.»

Xpeng ist mehr als ein weiterer Autohersteller aus China. Das Unternehmen von Gründer und CEO He Xiaopeng hat auch fliegende Autos und den humanoiden Roboter Iron im Angebot.

Vor allem die Entwicklungsgeschwindigkeit bei Xpeng ist beeindruckend: Innert dreizehn Jahren ging es von ersten Transportdrohnen zu fliegenden Autos, in gar nur acht Jahren vom noch etwas wacklig auf den Beinen stehenden Roboterhund zum humanoiden Iron, der bei Bewegungen oder Händedruck äusserst menschennah wirkt. «Die Kontrolle von Bewegungen, ob für Roboter oder Fahrzeuge, ist für deren Sicherheit und die des Umfelds extrem wichtig, genauso wie die Energiezufuhr», führt Jacky Gu aus.

Liu Xianming, Leiter des Xpeng General Intelligence Center, verrät Details zum Autonomen Fahren.

Er zeigt gleichzeitig, wie stark die Xpeng-Fahrzeuge von dieser technischen Entwicklung bei Robotern und Drohnen profitieren. «Wir brauchen Batterien mit höherer Energiedichte, besonders für unseren Roboter Iron. Über 300 Wh/kg auf Zellebene oder auch eine Drehmomentsdichte (>400 Nm/L) am Robotergelenk», so Gu. «Im Auto braucht man normalerweise nur 80, aber für Roboter und Drohnen sind höhere Werte und eine klar bessere Effizienz notwendig.»

Die zweisitzige Drohne Aridge samt Land Aircraft Carrier ist keine Zukunftsmusik, sondern wird bereits in Serie hergestellt.

Macht Sinn und beeindruckt zugleich, genau wie die Tatsache, dass Xpeng für seine Robotertaxi-Flotte nicht etwa spezielle Fahrzeuge, sondern ganz normal vom Band laufende GX-Modelle nutzen kann. «Wir kommen ohne LiDAR oder hochauflösende Karten aus. Wir verarbeiten die Kamerabilder des Autos mit unserem KI-Modell VLA 2.0, bei dem wir dank enormer Kapazität keine Daten verlieren und eine Reaktionsverzögerung von unter 80 Millisekunden haben», erläutert Xianming Liu, Leiter des General Intelligence Center.

Jacky Gu, Vice President von Xpeng, zeigt Batteriespeicher im Megawattbereich mit KI-Ladetechnik.

«Schliesslich wollen wir den Fahrer, wenn er autonom unterwegs ist, nicht bei heiklen Situationen aufwecken. Das Auto muss alles bewältigen können.» Zum Beweis zeigt er auch gleich ein Video, wie er und Firmengründer und CEO He Xiaopeng die Fähigkeiten des autonomen Fahrens auf europäischen Strassen testen. Dieser Next Generation Pilot (NGP) hebt die Fahrerassistenz auf ein neues Niveau und soll bereits 2027 weltweit eingeführt werden.

Neben der reinen E-Variante, die in zwei Leistungsstufen (180 kW/245 PS beim Heckantrieb und 285 kW/388 PS beim 4×4) erhältlich ist, gibt es mit dem L03 erstmals bei Xpeng auch ein Modell mit Range Extender.

Drei Fragen an den Schweizer Xpeng-Chef Diego Battiston

Herr Battiston, Xpeng baut seine Präsenz als innovative und ­alltagstaugliche Hightech-Automarke in der Schweiz rasant aus, mit «China Speed» sozusagen. Wie dicht soll das Netz werden?
Diego Battiston, CEO der Hedin Distribution AG: Unsere Partnerbetriebe sind sorgfältig ausgewählte und autorisierte Xpeng-Partner schweizweit. Per Ende August eröffnen wir zudem den neuen, offiziellen Xpeng-Import-Standort im zürcherischen Samstagern. Genau wie der Flagship-Store in Dielsdorf bietet auch hier der grosse Showroom von Hedin Automotive die ideale Bühne für unsere Marke und ihre Modelle. Unweit von Zürich können sich Kundinnen und Kunden so selbst einen Eindruck von Xpeng machen und Probefahrten vereinbaren, um die Mobilität der Zukunft schon heute zu erfahren. Die Autohäuser von Hedin Automotive stehen für ausgezeichnete Kundenbetreuung und herausragenden Service, das passt perfekt zu Xpeng, einer der derzeit spannend­sten Automarken der Welt. Wir sind ebenfalls in der Westschweiz und im Tessin präsent und wollen möglichst bald für jeden Schweizer und jede Schweizerin einen Standort haben, der in maximal 30 Minuten erreichbar ist.

Diego Battiston, CEO der Hedin Distribution AG, neben dem neuen, bereits ab bei 35’600 Franken erhältlichen Xpeng L03.

Bei China-Marken kommen oft Modelle nach Europa, die in China bereits seit ein, zwei Jahren auf der Strasse sind. Ist das bei Xpeng auch so?
Nein, wir lancieren unsere Produkte für den Weltmarkt. Da gibt es keine solchen Verzögerungen und somit in den europäischen Neuwagen keine alte Batterietechnik oder Software.

Schlicht und edel zugleich das Interieur des neuen Xpeng L03 mit insgesamt 37 Staufächern für viel Gepäckraum für Alltag oder auch längere Reisen.

Bei einer neuen Marke sind Kunden oft etwas kritischer. Welche ­Garantien bieten Sie in der Schweiz?
Wir bieten kontinuierliche Over-the-Air-Updates, höchste Sicherheitsstandards, bis zu sieben Jahre oder 160’000 km Fahrzeuggarantie sowie acht Jahre oder bis zu 160’000 km Batteriegarantie. Xpeng steht für Qualität, die überzeugt – und Vertrauen, das bleibt.

Der 4,65 m lange und 1,92 m breite SUV bietet viel Platz für bis zu fünf Personen, und auch im Fond gibt es trotz seiner Coupé-artigen Dachlinie ausreichend Kopf- und Bewegungsfreiheit

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