Toyota Urban Cruiser im Test: Nicht alles ist möglich

Im elektrischen Toyota Urban Cruiser lernen wir, dass bodenständige Tugenden nie aus der Mode kommen. Aber auch, dass Schnellladen nicht immer schnell laden heisst.

Optische Täuschung: Der elektrische Toyota Urban Cruiser wirkt wuchtig, ist aber nur etwa so lang wie ein VW Golf. Fotos: Autosprint

Ui, ist der dick – denken wir, als wir erstmals auf den Toyota Urban Cruiser zulaufen. Eine optische Täuschung: 4,29 Meter Länge sind VW-Golf-Format. Trotzdem folgt eine Floskel vieler Autotestberichte: Innen ist er fast grösser als aussen. So repräsentativ der kleine SUV rund um die Liga von Kia EV3, VW T-Cross oder dem Technikbruder Suzuki E-Vitara wirkt, so geräumig ist er auch. Wir staunen, wie viel Raum er hinten drin hat. Ein Alltagstalent also.

Fairer Preis: Den Stromer gibt es ab 32’900 Franken, die 4×4-Testversion mit grossem Akku in Topausstattung ab 40’800 Franken.

Endlich mal wieder Knöpfe

Traditionelle Tugenden auch innen. Perfekte Einstiegshöhe, die Sitzlehne etwas hart (aber die Sitze bequem), solide Verarbeitung und ein Cockpit, das den Stylingquatsch mit riesigen Touchscreens ignoriert und uns den guten alten Lautstärkedrehknopf schenkt. Gut so. Fast vermissen wir gar die früher markentypische separate Digitaluhr mit 1980er-Jahre-Flair. Nur komisch: Trotz vieler Knöpfe ist die Sitzheizung doch im Touchscreen und braucht vier Klicks.

Tadellos: Im solide verarbeiteten Cockpit freuen wir uns, dass es statt riesiger Touchscreens einfach mal wieder praktische Knöpfe gibt.

Fahren wir mal. Gute Übersicht, genau das rechte Format für Stadt wie Land, und der Urban Cruiser – bei uns ist es das Topmodell für 40’800 Franken (135 kW/184 PS, 61-kWh-Akku, Allrad, «Premium») – geht stets flott ab. Ein angenehmer, leiser Stromer. Angenehm ist auch der Fahrwerksmix: straff in der City und in Kurven, doch komfortabel auf der Langstrecke.

Positiv: Soll es nicht an Platz mangeln, ist der trotz kompakter Masse sehr geräumige Toyota Urban Cruiser eine gute Wahl.

Das Laden ist die Krux beim Urban Cruiser

Nur: Reisen ist leider so eine Sache. Für die Testversion verspricht Toyota 395 Kilometer Normreichweite. Im Maximum schaffen wir 320. Das ginge noch knapp, denn zu jener Zeit ist es kühl: Wir heizen oft. Doch einmal reicht es dann trotz «Eco»-Modus nur für 281 Kilometer, kurz vor daheim müssen wir noch an den Schnelllader. Toyota sagt: 67 kW Ladeleistung und 45 Minuten für 10 bis 80 Akkuprozente. Das ist langsam. In der Praxis wird es an kalten Tagen langsamer: Unter 60 kW, wir laden von 5 bis 100 Prozent eineinhalb Stunden lang.

Negativ: Zu den Kritikpunkten zählt neben lahmem Ladetempo der stilistisch elegante, aber unpraktische Griff für die hinteren Türen.

Sorry, aber so wird das nichts mit der E-Mobilität. Autosprint findet: Bitte beim Ladetempo bald nachlegen. Denn die Reichweite an sich reicht ja beim Daheimladen für den Alltag in der Agglo locker. Und: Es gibt Varianten mit bis zu 426 Kilometer Reichweite und die Basis (106 kW/144 PS, 49-kWh-Akku, Frontantrieb, 344 Kilometer) ab 32’900 Franken. Das ist fair.

Autosprint-Fazit: Der Toyota ist zwar ein prima Auto für regionale Einsätze, jedoch sollte Toyota bald noch an Ladetempo nachlegen.

Expertenmeinung
Toyota Urban Cruiser AWD «Premium»

Der Urban Cruiser ist gut und geräumig, und in der Praxis hat die vermeintlich altmodische Einrichtung echte Vorteile. Laden geht zu lahm. Aber wer selten weit reist, ist gut unterwegs.

Vorteile
+ reichlich Platz
+ analoge Bedienung
+ fairer Preis

Nachteile
– laue Reichweite
– lahmes Ladetempo

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