Renault Twingo: Kult-Knirps zum Knuddeln

Jetzt kulleräugt er wieder: Der Renault Twingo ist zurück! Wie sein ­Urahn bietet er grossen Charme zum kleinen Preis und beweist, dass Elektro für alle locker geht.

Geniestreich: Wie bereits beim R5 ist das Design Retro vom Allerfeinsten und kommt vor allem mit Mut zur Farbe super. Fotos: Renault

Echt jetzt? Ausstellfenster! Wir sind so verblüfft, dass es ein Ausrufezeichen verdient: Hinten im neuen Renault Twingo gibt es wie früher Ausstellfensterchen. Tönt karg. Keine Sorge: Trotz nur 18 900 (höhere Ausstattungsvariante 20 900) Franken und damit als eines der günstigsten Elektroautos ist der Twingo keine Diätkost, sondern echte Vollwertmobilität.

Ab 1993 war der erste Twingo ein Bestseller. Nummer zwei und drei fehlte Charme. Ab sofort ist der «echte» Twingo zurück: schick und günstig. Und schaut uns mit Kulleraugen an, ein Design-Geniestreich wie der R5. Wir staunen: Das Twingo-Gesicht funktioniert sogar hinten, wo es das Original nie hatte. Ein sympathischer Typ, den man gerne höflich einscheren lässt.

Französisch fröhlich
Drinnen empfangen uns fröhliche Details in Wagenfarbe, etwas Blech, Hartplastik und sogar sichtbare Torx-­Schräubchen. Schlimm? Ach was: So sind Kleinwagen halt, und der Twingo lebt dies so durchgestylt und selbstbewusst sowie mit prima Qualität und guter Ausstattung, dass wir «Geiz ist geil!» flüstern. Toll: Knöpfe statt nur Touchscreen (der mit viel Google gut navigiert und keine Geheimnisse hat). Noch toller: Knopfdruck, Tempowarner schweigt. Wir sitzen und sehen gut, und hinter uns lassen um 17 Zentimeter verschiebbare Rücksitze die Wahl: Gepäck oder Gäste? Zaubern kann der Twingo auf gassenfreudigen 3,79 Meter Länge jedoch nicht: Kopfraum im Fond ist knapp, der Knieraum je nach Sitzstellung gut bis passé.

Einfach, aber nicht ärmlich: Elemente in Wagenfarbe, leichte Bedienung, viel Assistenz und sehr solide Verarbeitung.

Spass mit Sparplus
Mühelos: Dieser Begriff bringt das Fahr-Feeling auf den Punkt. Der Twingo federt mühelos und komfortabler als in der Liga üblich. Trotzdem schwankt er nie und meistert Kurven mit Spass und – richtig geraten – mühelos. Antrieb? Wir wiederholen uns: 60 kW/82 PS hört sich ärmlich an, aber 147 Nm Drehmoment für 1,3 Tonnen und E-typische Spontaneität fühlen sich mühelos an. Vor uns zieht ein Diesel bergauf davon? Am Rotlicht sehen wir ihn wieder.

Ikonentreffen: Vorne der neue vierte Twingo und hinten sein legendäres Vorbild von 1993, der erste Twingo. Foto: Autosprint

In Zahlen: 12,1 Sekunden bis 100 km/h, Spitze 130 km/h, Normverbrauch äusserst tiefe 12,2 kWh/100 km, die wir auf frühlingsmilder Probefahrt sogar unterbieten. Also alles super? Naja, fast: 262 Kilometer offizielle Reichweite und maximal 50 kW Ladeleistung sind keine Brüller, im Winter dürfte der 27,5-kWh-Akku keine 200 Kilometer weit reichen. Andererseits: Auf den Probefahrten liegen 244 bis 272 Kilometer drin – das reicht im Alltag, sogar locker für einen relaxten Sonntagsausflug und fast Zürich–Bern retour. Der Twingo wird seinen Weg machen.

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