Prämienschock: Jeder Zweite zahlt 2026 mehr!
Für viele Schweizer Autofahrende wird die Autoversicherung 2026 teurer: Laut einer repräsentativen Umfrage von Comparis geben 45 Prozent an, dass die Prämien steigen. Erstaunlich: Trotzdem reagiert gut die Hälfte nicht.

Die Autoversicherungsprämien sind von 2025 auf 2026 deutlich gestiegen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes Comparis unter 1026 Autobesitzenden, die eine Autoversicherung abgeschlossen haben. Fast jede zweite versicherte Person zahlt im neuen Jahr mehr. Bei mehr als einem Drittel der Versicherten mit höherer Prämie stieg diese von 2025 auf 2026 um mehr als 100 Franken. Bei den stärkeren Prämienerhöhungen zeigt sich zudem ein regionaler Unterschied: Signifikant mehr Autohaltende in der Romandie als in der Deutschschweiz mussten einen Prämiensprung von über 200 Franken hinnehmen.
Die Prämien steigen, obwohl die meisten unfallfrei gefahren sind
«Dabei ist die Prämienerhöhung mehrheitlich nicht auf selbstverschuldete Faktoren zurückzuführen», erklärt Comparis-Finanzexperte Harry Büsser. Das leitet er daraus ab, dass fast jede zweite versicherte Person eine Prämienerhöhung von ihrer Versicherung erhielt, aber gleichzeitig 80 Prozent der Befragten angaben, im vergangenen Jahr keinen Schadensfall gehabt zu haben. Trotz des Prämienschocks hat nur ein Bruchteil der Befragten (6 Prozent) den Anbieter seiner Autoversicherung gewechselt. Dabei hat sich der Schritt für viele Wechselnde klar gelohnt: Mehr als jede zweite wechselnde Person konnte ihre Prämie um mindestens 200 Franken senken.

Hohe Treue zu Versicherung
Die Comparis-Umfrage zeigt, dass in der Schweiz sogar eine ausgeprägte Wechselträgheit vorherrscht: 30 Prozent der Befragten sind seit über 10 Jahren beim gleichen Versicherer, 50 Prozent seit mindestens sechs Jahren. Personen mit niedrigerer Bildung bleiben häufiger langjährig gebunden als höher Gebildete. «Treue ist sympathisch, aber bei Versicherungen selten ein Sparmodell», erläutert Experte Büsser. «Wettbewerb funktioniert nur, wenn Konsumentinnen und Konsumenten regelmässig prüfen, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stimmt. Versicherte, die das nicht tun, zahlen wahrscheinlich unnötig viel.» Ebenfalls wird aus der Befragung ersichtlich, dass zwischen den Versicherten grosse Prämienunterschiede bestehen. Während acht Prozent der Befragten weniger als 500 Franken pro Jahr bezahlen, zahlen elf Prozent 1600 Franken oder mehr. Dazwischen liegt ein breites Mittelfeld.
Wissenslücke: Jeder Dritte kennt sein Kündigungsrecht nicht
Die Befragung von Comparis brachte auch eine grosse Wissenslücke ans Tageslicht: 30 Prozent der Befragten wissen nicht, dass sie bei einer Prämienerhöhung ausserordentlich kündigen können. «Wer sein Sonderkündigungsrecht nicht kennt, bleibt oft automatisch Kundin oder Kunde», sagt Büsser. «Das verhindert, dass sich der Wettbewerb zwischen den Versicherern voll entfalten kann.» Die Wechselbereitschaft sei erstaunlich tief, dabei zeigen die Zahlen klar: «Wer aktiv wird, kann spürbar sparen», so das Fazit von Büsser. Und: Obwohl Reparaturen bei der Markengarage (Vertragsgarage) oft teurer sein können als bei einer markenunabhängigen, freien Garage, gehen 44 Prozent der Befragten für Reparaturen in eine Vertragsgarage. Fast gleich viele, nämlich 43 Prozent, gehen in eine freie Garage.

