Polestar 5: Feinarbeit bis ins letzte Detail

Auf einer ersten Probefahrt zeigt der Polestar 5, wie viel Entwicklungsarbeit in ihm steckt – und wie konsequent sie umgesetzt wurde. Der Schwede ist ein Elektro-GT erster Güte.

Keine alltägliche Erscheinung: Der Polestar 5 strotzt vor Kraft und Energie. Fotos: Polestar

Im spanischen Sitges ist man sich das Defilieren noch unbekannter Automodelle gewohnt. In diesem sonnigen Ort am Meer 40 Kilometer südwestlich von Barcelona finden rund ums Jahr zahlreiche Fahrveranstaltungen statt, bei denen Autohersteller ihre neuesten Kreationen vor Markteintritt den Weltmedien zu Testfahrten bereitstellen. Dennoch drehen an diesem Morgen die Passanten die Köpfe, bleiben stehen, zücken das Handy. Denn so ein Auto, das sieht man auch in Sitges nicht alle Tage.Der Polestar 5 ist keine alltägliche Erscheinung. Der schwedische Elektro-GT aus chinesischer Produktion ist aufsehenerregend, wortwörtlich. Über fünf Meter lang, über zwei Meter breit und 1,42 Meter flach, strotzt er schon im Stand vor Kraft und Energie. Dazu kommt ein sportliches Design mit gestreckter Silhouette, klaren Flächen und prägnanter Lichtgrafik, ohne Heckscheibe, dafür mit langgezogenem Glasdach.Im Innenraum setzt sich dieser Ansatz fort. Reduktion statt Überfrachtung, kombiniert mit hochwertigen Materialien. Zentraler Bedienpunkt ist ein grosser Hochformat-Bildschirm mit Android-Infotainment, ergänzt durch ein schlankes Display hinter dem Lenkrad. Die Bedienung läuft über Touch oder Sprache, was im Alltag nicht immer ideal ist – gerade für die Wahl der Fahrmodi hätten wir uns eine Taste gewünscht.

Polestar 5: Zwei Fahrwerke, ein Charakter

Auf den ersten Kilometern zeigt sich schnell, wo die Stärken des Polestar 5 liegen. Komfort und Stabilität stehen klar im Fokus – unabhängig davon, welche Variante man wählt. Sowohl die Version Dual Motor mit passivem Fahrwerk als auch der Performance mit adaptiven MagneRide-Dämpfern sind souverän und feinfühlig abgestimmt, überzeugen sowohl beim Cruisen als auch auf der Kurvenhatz.Beide Versionen verfügen über zwei E-Motoren und Allradantrieb. Das Basismodell generiert 550 kW/748 PS und 812 Nm, der Performance geht mit 650 kW/884 PS und 1015 Nm noch ein Stück darüber. Entsprechend fallen die Fahrleistungen aus: 3,9 beziehungsweise 3,2 Sekunden auf 100 km/h, elektronisch begrenzt bei 250 km/h. Wer diese Power regelmässig abruft, schafft die offiziellen WLTP-Reichweiten von 670 und 565 Kilometern natürlich nicht. Der Ladestopp dauert in der Regel aber nicht lange: Der 112-kWh-Akku kann dank 800-Volt-Plattform mit bis zu 350 kW ultraschnell geladen werden.Mit einem Einstiegspreis von 115’000 beziehungsweise 135’000 Franken positioniert sich der Polestar 5 in einem Umfeld etablierter Modelle wie Porsche Taycan, Tesla Model S, Lucid Air oder Zeekr 7GT. Die Voraussetzungen, um in dieser Liga zu bestehen, bringt der elegante GT auf jeden Fall mit.

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