Polestar 3 mit 800 Volt: Update für die inneren Werte

Schon die erste Variante des stylischen Performance-SUV Polestar 3 wusste zu gefallen. Nun passt dank der 800-Volt-Architektur neben der Fahr- auch die Ladeleistung.

Der Polestar 3 mit 800-Volt-Architektur im schicken «Krypton», einem dezenten Dunkelgrün. Fotos: Polestar

Innere Werte sind nicht nur bei Menschen ganz entscheidend, sondern auch bei Fahrzeugen. Vor zwei Jahren rollte mit dem Polestar 3 der schicke und stattliche 4,90 Meter lange SUV zu uns. Er war und ist immer noch mit Heck- und Allradantrieb zu kaufen, und doch hat sich nun Grundlegendes geändert: Ab Herbst wird er mit der neuen 800-Volt-Architektur in die acht, bis Ende Jahr mit Zofingen AG sogar neun Schweizer Polestar-Spaces rollen. Die neue E-Architektur verschafft ihm am Schnelllader eine Ladeleistung von bis zu 350 kW.

Bei der ersten Testfahrt im Chiemgau (D) zog er trotz Bruthitze und noch über 52 Prozent Saft im 106-kWh-Akku locker 273 kW. Auch kürzere Ladezeiten von 10 auf 80 Prozent in 22 Minuten sind möglich – und bei Premiumkunden durchaus gefragt. Gut, hat Polestar hier also nachgelegt. Dank der sogenannten «Breathe Charge», einer Software, die den Zustand der Batterie in Echtzeit überwacht und die Ladeleistung sofort anpasst, lädt das SUV-Flaggschiff nun klar schneller.

Neue Batterie und neuer Antrieb

«Wir haben einen neuen, effizienteren Permanentmagnet-Synchronmotor mit mehr Leistung im Heck», verrät Arsham Asgharian, Polestar Product Manager. «Zudem konnten wir die Anzahl der Batteriemodule und somit auch das Gewicht des Wagens reduzieren.» Als Hecktriebler mit 92-kWh-Akku und 245 kW/333 PS ist der Polestar 3 schon ab 78’800 Franken zu haben. Doch in der Schweiz sind die Allrad-Varianten mit dem grösseren Akku und 400 kW/544 PS oder 500 kW/680 PS sicherlich klar gefragter. Der Dual Motor mit 647 km Reichweite ist ab 88’800 Franken erhältlich, der Performance mit mehr Sportlichkeit, aber leicht weniger Reichweite (601 km) kostet 106’200 Franken.

Feine Fahrwerksabstimmung

Schon auf den ersten Testkilometern spielte der gediegene Elektro-Sportler seine Leistungsfähigkeit (0 bis 100 km/h in 3,9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 230 km/h) durchaus aus. Zudem wusste die im gefahrenen Performance-Modell – erkennbar an den Gurten und dem zentralen Drehregler in Schwedengold – serienmässige Zweikammer-Aktivluftfederung (beim Dual Motor optional) zu gefallen. Der E-SUV zeigte sich sehr agil und komfortabel, aber selbst bei schnell gefahrenen Kurvenpassagen nie wankelmütig. Auch die präzise und leichte, aber nie synthetisch wirkende Lenkung überzeugte.

Der Gurt mit der feinen Linie in Schwedengold ist ein Erkennungsmerkmal für die Dual-Motor-Version, bei der Performance-Variante sind die Gurte dann komplett in Schwedengold gehalten.

Neben den zwei neuen Aussenfarben «Storm» und «Krypton» fährt der Polestar 3 auch mit einem neuen, mehr als achtmal so leistungsfähigen Hauptcomputer vor – das Upgrade wird übrigens auch für bisherige Polestar-3-Modelle kostenlos angeboten! Der neue Chip eröffnet beim E-SUV zusammen mit der Integration von Google Gemini ganz neue Möglichkeiten, mit dem Wagen zu interagieren und komplexere Anweisungen zu Navigationszielen zu geben. Witziges Detail: Der Polestar reagiert (noch) nicht auf «Hey Polestar», dafür auf «Hey Google» – aber das kann er bestimmt noch lernen.

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