Mercedes GLC: E-Power für den Bestseller
Der GLC, das meistverkaufte Modell von Mercedes, kommt in einer völlig neuen Version mit reinem Elektroantrieb. Das Verbrenner-Pendant bleibt aber im Verkauf.

Der globale Bestseller von Mercedes ist der GLC. Entsprechend delikat ist der Umstand, dass auch der Mittelklasse-SUV nun mit reinem E-Antrieb vertrieben werden soll. Porsche hat dies bei seinem Bestseller Macan erlebt – Resultat: Debakel. Die rein elektrische Neuauflage traf bei den Kunden auf strikter Ablehnung. Erst nach einem krassen Umsatzeinbruch reagierte Porsche und reaktivierte den Verbrenner.
Mercedes umschifft das Problempotenzial, indem die Schwaben dem bestehenden GLC mit Verbrennungsmotor ein eigenständiges Elektro-Modell zur Seite stellen. Mit einem Basispreis ab 79500 Franken liegt dieses in der 360 kW/489 PS starken Allradversion 400 4Matic nur knapp über dem vergleichbaren Hybridmodell 400e 4Matic, das ab 77300 Franken angeboten wird. Und es liegt damit in direkter Schlagdistanz zu seinem Hauptkonkurrenten BMW iX3, der in der vergleichbaren Version 50 xDrive ab 78000 Franken den neuen GLC in einigen wichtigen Bereichen übertrumpft.
Ein Kopf-an-Kopfrennen
Zum Beispiel bei der Reichweite: Da weist der Mercedes je nach Ausstattungsvariante bis 713 WLTP-Kilometer aus – der BMW deren 805. Oder beim Laden: superschnelle 330 kW beim Stuttgarter, noch superschnellere 400 kW beim Münchner. Es gibt aber auch Bereiche, in denen der Schwabe vorne liegt, etwa bei der Beschleunigung auf Tempo 100 (GLC: 4,3 Sekunden, BMW: 4,9 Sekunden). Oder im Cockpit, wo im GLC das gigantische Display fast die gesamte Innenraumbreite einnimmt, während sich bei BMW lediglich ein schmaler Display-Streifen unterhalb der Windschutzscheibe quer durchs Cockpit zieht, ergänzt durch einen grossen Touchscreen in der Mittelkonsole.
Ausgereift und komfortabel
Auf der Strasse erweist sich der neue GLC als ausgereiftes und sehr komfortables Fahrzeug. Mit 4,85 Metern Länge ist der Stromer satte 14 Zentimeter länger als die Verbrenner-Variante und bietet entsprechend bessere Platzverhältnisse. Auch im Vergleich zum iX3 ist der Schwabe ein Stückchen länger und bietet mit 570 bis 1740 Litern plus 128 Liter Frunk klar mehr Ladevolumen als der BMW.
Folglich sitzt es sich äusserst gut im neuen GLC; auf wirklich bequemen, gut stützenden Sitzen vorne und den hinteren Plätzen. Zu erwähnen ist ausserdem die feine Kombination aus Luftfederung und der 4,5-Grad-Hinterachslenkung: Der GLC ist damit komfortabel und auf Knopfdruck sportlich, aber stets enorm agil. Insgesamt ist das neue Elektromodell also rundum gelungen – ob es für eine weitere Erfolgsstory ausreicht, muss sich zeigen.


