Lynk & Co: Vom Kundenfeedback angetrieben

Noch eine chinesische Marke für die Schweiz? Nicht ganz! Mit Lynk & Co startete 2026 nämlich eine schwedisch-chinesische Koproduktion bei uns. Die Vorteile: cooles, skandinavisches Design und viel Ausstattung fürs Geld.

Produkt- und Strategievorstand David Green verrät Details zum ab 43’995 Franken erhältlichen Lynk & Co 01 mit Plug-in-Hybridantrieb. Fotos: Autosprint

 

Die Automarke Lynk & Co ist Teil des Geely-Konzerns, der letztes Jahr mehr als vier Millionen Autos produzierte. Was einst 1986 mit der Herstellung von Kühlschrankteilen begann, ist längst zu einem der führenden Autokonzerne Chinas herangewachsen, dessen Marken immer mehr auch nach Europa und in die Schweiz drängen. Zum bunten Markenstrauss des Geely-Konzerns gehören etwa Radar, London EV Company, Lotus, Smart, Zeekr und Geely selbst (die letzten beiden werden von Emil Frey in die Schweiz importiert), aber auch Volvo und eben Lynk & Co.

Fiona Tschan, Vertriebschefin Lynk & Co Schweiz.

Von der Abo-Nutzung zum Verkauf

Letztere startete schon 2021 in Europa mit einem 4,54 Meter langen Lynk & Co 01, den man jedoch nicht kaufen, sondern nur im Abo nutzen konnte. Ein spannender Ansatz der gerne etwas unkonventionelleren Truppe aus Göteborg. «Wir haben unser Businessmodell von reiner Abo-Nutzung angepasst und haben in Europa nun 155 Händler, bald 180», erläutert Vertriebsvorstand Keith Schäfer. «Wir sind in sieben Märkten vertreten, haben europaweit 70’000 Autos auf den Strassen und letztes Jahr rund 10’000 Modelle verkauft. Jetzt sind wir auch in der Schweiz, Österreich sowie Tschechien am Start.»

Designer Stefan Rosén schuf für Lynk & Co ein starke Markenidentität.

Perfekte Ergänzung für Händler

In der Schweiz will man die Marke nun in einem kompetitiven Umfeld etablieren und setzt dabei aufs Volvo-Händlernetz, von dessen Service- und Reparaturkompetenz man eh profitiert. «Wir haben mit dem kompakten 02 als Stromer und den beiden SUV 01 und 08 die richtigen Produkte für den Schweizer Markt», erklärt Fiona Tschan, Vertriebschefin Lynk & Co Schweiz. «Bei einer neuen Marke ist Vertrauen bei den Endkunden extrem wichtig, hier hilft uns die Partnerschaft mit Volvo und deren Händlernetz.» Mit den aktuell neun Lynk-&-Co-Standorten habe man noch nicht die ganze Schweiz abgedeckt, und auch bezüglich Bekanntheit müsse man sicher weiter wachsen, ergänzt sie. Dafür will man Events wie die Auto Zürich im November nutzen, um mehr in den Fokus der Schweizerinnen und Schweizer zu rücken. «Wir sind eine sehr farbenfrohe, innovative Mobilitätsmarke und für die Volvo-Partner eine gute Ergänzung», so Fiona Tschan.

Der Lynk & Co 02 schafft dank 66-kWh-Akku bis zu 445 Kilometer.

Mehr als nur vertikale Leuchten

Der Ursprung der Marke Lynk & Co war die sogenannte CMA-Plattform, die inzwischen in den unterschiedlichsten Modellen des Geely-Konzerns verbaut wird. Doch weil sich eine innovative Fahrzeugarchitektur für die unterschiedlichsten Antriebe beim Endkunden nicht verkauft, kam Designer Stefan Rosén ins Spiel und schuf die spezielle Markenidentität von Lynk & Co. «Ich kam von Volvo, wollte aber genau das Gegenteil eines Volvos erschaffen, sodass man unsere Modelle problemlos bei den gleichen Händlern verkaufen kann. Dazu habe ich beispielsweise die zwei vertikalen LED-Leuchten in die Fronthaube gepackt.» Diese prangen selbstverständlich ebenfalls auf dem ab 55’995 Franken erhältlichen 08, der als Plug-in-Hybrid auch mit einer elektrischen Reichweite von bis zu 200 km und über 1000 km Gesamtreichweite Massstäbe setzt. Oder dem etwas kleineren, ab 43’995 Franken erhältlichen 01 mit Plug-in-Hybridantrieb, 206 kW/276 PS und 75 km E-Reichweite.

David Green analysiert die Feedbacks der Kunden und versucht so die neuen Lynk-&-Co-Modelle noch besser zu machen.

Witzige Funktionen und Details

Echt cool und zudem mit witzigen Designdetails versehen ist der 4,45 Meter lange Vollstromer Lynk & Co 02. Stefan Rosén öffnet die Fronthaube und zeigt im 15-Liter-Frunk verschmitzt auf den Schriftzug «Nope, no engine here». Der E-Antrieb mit 200 kW/272 PS ist an der Hinterachse angebracht. «Unter der Ladeklappe haben wir uns zum Spass den Hinweis ‹I’ve got the power› erlaubt», ergänzt er. «Bei unseren Modellen kombinieren wir zudem stets die Anforderungen aus China – viel Platz im Fond, weil dort oft nicht selbst gefahren wird – mit der Dynamik und der Sportlichkeit, die man in Europa schätzt.» Kein Wunder, gibt’s im 02 (ab fairen 35’995 Franken) unterm grossen Panoramadach auch auf den hinteren Sitzen viel Platz.

Stefan Rosén und sein Designteam liessen sich auch einige witzige Details für ihren Stromer Lynk & Co 02 einfallen.

Ausserdem gibt’s dank 66-kWh-Akku bis zu 445 Kilometer E-Reichweite und so nette Funktionen wie «Hey Honk», bei der man statt zu hupen seinen Lynk & Co auch wiehern, applaudieren oder «Entschuldigung» und «Danke» sagen lassen kann. Und über die «Co:lab»-Funktion können die Nutzer gar direktes Feedback an die Entwickler geben. Produkt- und Strategievorstand David Green: «So kriegen wir Ideen und direktes, ungefiltertes Endkundenfeedback. Bei Lynk & Co haben wir daher nie ein Facelift gemacht, sondern nur das Feedback umgesetzt und die Modelle so verbessert.» Diese unkonventionelle Art in Kombination mit solider Technik, gelungenem Design und fairen Preisen hat durchaus Potenzial. Selbst wenn man vorerst nur mit drei Modellen startet, kommt bald mehr, viel mehr! Schon im Sommer 2027 beispielsweise der dynamische 07 Shooting Brake mit Plug-in-Hybridantrieb.

Der dynamische 07 Shooting Brake mit Plug-in-Hybridantrieb soll ab Sommer 2027 auch in Europa erhältlich sein. Foto: Lynk & Co

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