Kia EV2: Der Kleinste bleibt ganz Kia
Mit dem EV2 erweitert Kia seine elektrische Modellpalette nach unten. Überraschungen gibt es kaum, doch genau das ist Teil des (Erfolgs-)Konzepts der südkoreanischen Marke.
Kia baut seine vollelektrische Modellpalette konsequent aus: nach oben mit dem EV9, in Richtung Nutzfahrzeuge mit dem PV5 und jetzt auch nach unten mit dem EV2. Optisch ordnet sich dieser klar in die bekannte «Opposites United»-Designlinie ein – trotz einiger offensichtlicher Unterschiede. So wirkt die Front kompakter, mit vertikal zweigeteilten Leuchten, während die Rücklichter eigenständiger wirken und ungewöhnlich tief sitzen. Vertrauter sieht es im Innenraum aus. Bedient wird der EV2 übers bekannte dreiteilige Display aus Kombiinstrument, Klimasegment und Infotainment. In der Mittelkonsole gibt es eine induktive Ladeschale fürs Smartphone, USB-C-Anschlüsse und eine 220-Volt-Steckdose. E-Bikes und andere Geräte können alternativ mittels V2 L-Adapter auch direkt an der Ladebuchse geladen werden.
Solides Antriebskonzept
Auf der Strasse zeigt sich der EV2 unaufgeregt und komfortabel. Die 108 kW/147 PS des E-Motors reichen im Alltag problemlos. Die Lenkung arbeitet weich, aber präzise, das Fahrwerk bügelt Unebenheiten sauber weg. Die Rekuperation lässt sich in drei Stufen anpassen, bis hin zum nahezu vollständigen «One-Pedal»-Fahren. Positiv fallen die Assistenzsysteme auf: Spurfolgeassistent, adaptiver Tempomat und Spurwechselhilfe funktionieren zuverlässig.
Begrüssenswert: Kia hat die bisher doch ziemlich penetranten Warntöne angenehmer abgestimmt und durch dezentere ersetzt. Die gesetzlich vorgeschriebene Warnung bei Übertretung der Höchstgeschwindigkeit lässt sich bei neuen Kia-Modellen über einen Knopf am Lenkrad deaktivieren – für viele ältere Modelle wurde diese Funktion per Software-Update nachgereicht.
Ab 25900 Franken
Bei Batterie und Reichweite zeigt sich der EV2 pragmatisch. Die Basisversion kommt mit 42,2-kWh-Batterie rund 317 Kilometer weit. Im Test mit langen Autobahnfahrten lag der Verbrauch bei rund 16 kWh/100 km und damit leicht über der Werksangabe von 15,1 kWh/100 km. Im Stadtverkehr sinkt der Verbrauch auf 12 bis 13 kWh/100 km. Die später folgende Long-Range-Variante soll dank 61-kWh-Batterie bis zu 453 Kilometer schaffen.
Technisch basiert der EV2 auf der E-GMP-Plattform und nutzt, wie der etwas grössere EV3, die 400-Volt-Technologie. Kias kleinster Stromer soll damit in rund 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen sein – an der Wallbox sind bis zu 22 kW möglich. Die Produktion der Basisversion im slowakischen Žilina läuft bereits, im Juni 2026 folgen GT-Line und Long Range. In der Schweiz gibt es den Vier- bis Fünfplätzer mit verschiebbaren und verstellbaren Rücksitzen sowie bis zu 403 Liter Kofferraum ab 25’900 Franken.


