JAC E30X City: Den Elektroeinstieg einfach gemacht
Mit dem Kompakt-Stromer E30X City lanciert JAC sozusagen den Dacia unter den Chinesen. Denn zum Kampfpreis von 16'989 Franken gibt es elektrische Alltagsmobilität und rund 300 Kilometer Reichweite.

Clever von den JAC-Designern: Irgendwie mag man den kleinen Flitzer aus China auf Anhieb. Die Scheinwerfer in Kulleraugenform erinnern an einen coolen Mini oder eine ältere Nissan-Micra-Generation und machen uns den 4,03 Meter langen und 1,77 Meter breiten JAC E30X City gleich sympathisch. Witzig, mit der Zeit vielleicht nicht mehr zwingend mit Aha-Effekt, ist das LED-Ballett der Scheinwerfer und des Tagfahrlichts zur Begrüssung. Auch wenn bei vielen Elektrofahrzeugen für eine gute Aerodynamik beliebt, sind die versenkbaren Türgriffe des JAC eher unpraktisch und fummelig.
Einmal drin, nimmt man in einem für die Aussenmasse erstaunlich geräumigen Kleinwagen Platz. Selbst im Fond gibt es viel Bein- und Kopffreiheit. Und mit 310 Litern fällt auch der Kofferraum durchaus ansprechend aus. Das Cockpit ist sehr übersichtlich, mit etwas viel Hartplastik versehen, aber solide verarbeitet. Tasten gibt es nur am Lenkrad, und die Bedienung – und zwar auch für Licht- und Klimaeinstellungen – erfolgt über den zentralen 15,6-Zoll-Touchscreen. Etwas gewöhnungsbedürftig und nicht ideal, wenn man während der Fahrt durch Menüs scrollen muss. Positiv dafür: Anders als viele Neuwagen nervte der China-Stromer nicht mit zig aufsässigen Assistenzwarnern.
Der E-Antrieb mit 100 kW/136 PS und 175 Nm bringt den Fronttriebler zügig auf Touren. Von 0 auf 100 km/h geht es in rund 8 Sekunden, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h. Das macht Laune und reicht für den Alltag. Beim Fahrkomfort wirkt der JAC etwas holprig und dürfte ebenfalls kleinere Unebenheiten besser ausbügeln. Dafür ist er mit einem Wendekreis von 9,9 Metern sehr wendig und ausgezeichnet zu parken. Auch bezüglich Verbrauch kann der 1440 Kilogramm schwere City-Flitzer punkten. Mit seiner 41-kWh-Batterie schafft er im Eco-Modus, wo er dann jedoch recht träge beschleunigt, gemäss WLTP 293 km. Im Stadtverkehr sollen es gar bis zu 410 km sein. Rund 15,9 kWh/100 km sollte der Stromer offiziell brauchen, wir schaffen es im Test locker mit lediglich 14,4 kWh.
An der Ladesäule ist der E30X City ebenfalls zurückhaltender als andere, denn DC-Schnellladen ist nur mit 60 kW möglich. Das heisst, für 20 auf 80 Prozent müssen 30 Minuten eingeplant werden, bis 100 Prozent entsprechend mehr. Doch bei einem Preis von lediglich 16’989 Franken, 6 Jahren oder 150’000 km Werksgarantie sowie 8 Jahren beziehungsweise 150’000 km Garantie für Batterie und EV-Motor müssen ja irgendwo Abstriche gemacht werden. Doch selbst so bleibt der JAC ein attraktiver Elektro-Einsteiger.
Expertenmeinung JAC E30X City
Der China-Stromer bietet für seinen Preis viel Raum und Reichweite. Er muss zwar beim Fahrkomfort und bei der Bedienerfreundlichkeit, wo er einen Tick zu digitalverliebt ist, Abstriche machen, ist aber sicher eine Überlegung wert.
Vorteile
+ Viel Platz fürs kompakte Aussenmass
+ Hübsches Design, coole Lichtbegrüssung
+ Attraktiver Preis für einen Stromer mit über 300 km Reichweite
Nachteile
– Fahrkomfort könnte besser sein
– Bedienung (auch Licht und Klima) nur über Touchscreen

