iCaur: Die nächste China-Marke kommt

Die Tochter von Autogigant Chery startet bald in den Schweizer Markt. Im Angebot ist vorerst nur ein Modell mit Range Extender.

Der neue V27 von iCaur an der Auto China 2026 in Peking. Fotos: Dave Schneider

Wer an der Auto China in Peking die Marke iCaur suchte, wurde nicht fündig. Doch die Tochter des chinesischen Chery-Konzerns war durchaus an der grössten Automesse des Landes vertreten – allerdings heisst die Marke im Reich der Mitte iCar. Das hat einen einfachen Grund: Der Technologie-Riese Apple hat sich die Rechte an diesem Namen gesichert. Um einen drohenden Rechtstreit zu vermeiden, hat Chery die Marke deshalb ausserhalb Chinas in iCaur umbenannt. Ausgesprochen wird beides gleich.

iCaur bezeichnet sich als NEV-Marke der Chery Group – das steht für New Energy Vehicle und bezeichnet in China das wichtige Segment der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Seit 2025 fällt die Marke mit kantig gezeichneten Offroadern im Retro-Look auf, sie sich an eine junge, technikaffine Zielgruppe richten will. «Viele Fahrzeuge im NEV-Segment sind heute austauschbar und seelenlos», sagt Firmenchef Su Jun. «Die Mission von iCaur ist es, Persönlichkeit und Stil zurück ins Fahrerlebnis zu bringen.» Das soll unter anderem der neue V27 richten, mit dem die junge Marke nun auch in Europa an den Start geht.

Eine Art Best-of-Album
Strategisch verfolgt iCaur nämlich einen globalen Ansatz: Die Marke plant Präsenz in über 50 Ländern. Nach Erfolgen in Südostasien und im Nahen Osten folgt nun der Schritt nach Europa. Für den Vertrieb in der Schweiz wurde die Firma Luxi Motors gegründet, die ein Vertriebs- und Servicenetz aufbauen will. Luxi Motors gehört dem israelischen Autoimporteur Samelet.

Der iCaur V27 sieht auf den ersten Blick sehr vertraut aus – er ist eine Art Best-of-Album der Offroad-Klassiker Land Rover Defender, Mercedes G-Klasse und Jeep Wrangler. Die Chery-Tochter will nach eigenen Angaben aber nicht kopieren, sondern klassisches Design neu beleben. «Die grösste Herausforderung beim klassischen Design besteht nicht darin, Elemente hinzuzufügen, sondern zu wissen, was man weglässt», verrät dazu Su Jun.

Der knapp fünf Meter lange Offroader verfügt über rein elektrischen Allradantrieb mit einer Systemleistung von 335 kW/455 PS, gespiesen aus einer 34,3 kW/h grossen Batterie. Diese allein reicht nur für eine Reichweite von etwa 145 Kilometer – deshalb versorgt ein 1,5-Liter-Benziner als Generator das System zusätzlich mit Strom. So sind über 1000 Kilometer Reichweite möglich, allerdings gemäss chinesischem Fahrzyklus. Bei uns soll der iCaur V27 im vierten Quartal 2026 starten, Preise sind noch nicht bekannt. Und mit den kleineren V23 und V25 warten bereits zwei weitere Modelle in der Pipeline.

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