Honda Prelude: Meister der Täuschung

Der Honda Prelude täuscht. Er ist nicht ganz so schnell, wie er aussieht. Er macht aber trotzdem mehr Spass als erwartet – und überspielt ­souverän sein Technikgeheimnis.

Fotos. Autosprint

Erinnern Sie sich? Alfetta, Capri, Celica, Fuego, Manta, Scirocco oder eben Prelude hiessen die Helden der Ära von Aerobic und Röhrenjeans. In den 1980er-Jahren waren so kompakte Sportcoupés bezahlbare Träume der Jugend. Doch dann kamen GTIs mit Schrägheck, der Zeitgeist überholte den Trend. Beim Prelude war 2002 Schluss. Nun ist er mutig wieder da.

Was Laune macht: Im Prelude fahren wir ohne langes Studium des Touchscreens einfach los – weil Knöpfe blind zu bedienen sind. Wie früher, denn in einem Coupé geht es ums Fahren. Auf der Geraden denken wir erst: Naja, damals war mehr Lametta, ein Hybrid halt. Wie wild gehen 135 kW/184 Hybrid-PS nicht ab: 8,2 Sekunden auf Tempo 100. Aber wir sind einfach verwöhnt, einst war ein 911er-Porsche so schnell wie heute der Honda. Darin liegt der Trick.

Wenig Gewicht statt viele PS
Denn: Statt Power pur gibt es wenig Gewicht (1,5 Tonnen) und viel Handlichkeit (Länge 4,53 Meter) für flotte Landpartien. Auf jenen fühlt sich der Honda pudelwohl: kein Kurvenextremist und kein Gokart, aber er liebt die Leichtigkeit des Kurvens und federt sehr komfortabel. Er röhrt nie brachial, aber schön. Zum Spass am Sparen: Offiziell liegt der Verbrauch bei 5,2 l/100 km. Bei uns mit viel reiner E-Fahrt in der City um fünf, flott über Land bei 6,1 l/100 km.

Spass am Stromern mit Sprit
Wie das? Der Prelude ist technisch komplex, verpackt es aber gefühlt simpel. Geben wir Gas, dreht der Benziner hoch. Und schickt die Kraft an die Vorderräder? Tut er (ausser bei hohem Tempo) nicht: Der Benziner erzeugt als «Range Extender» Strom, der den E-Antrieb befeuert. Dies so perfekt abgestimmt, dass es nie auffällt. Der Doppelkupplungsautomat? Ist keiner, sondern ein stufenloser Automat mit je nach Modus acht künstlichen Stufen. Dies wieder so gekonnt, dass es authentisch wirkt. Und tatsächlich zieht damit das Sportcoupé-Feeling ein.

Im Guten – und im Unguten: Vorne gibt es reichlich Raum, doch hinten riskieren Erwachsene kaputte Kniegelenke. Egal, denn liessen wir hinten zusteigen, müssten stets die Lehnen der Vordersitze frisch justiert werden. Wie früher. Und wie einst gilt heute: Kleine Sportcoupés sind nie unerschwinglich, aber keine Schnäppchen. Der Prelude kostet ab 47’900 Franken.

Expertenmeinung: Honda Prelude e:HEV Hybrid
Im SUV-Zeitalter taugt der Prelude nicht zum Hit: Schade, denn wir vermis­sen die kleinen Sportcoupés. Und der gelungene Antrieb rettet mit Strom das Sprit- Feeling in die Neuzeit.

Vorteile
+ Einfach geniale Technik
+ Genial einfache Bedienung
+ Hohes Gute-Laune-­Niveau

Nachteile
– Nicht gerade enorme Power
– Naturgemäss winziger Fond

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