Herausragendes Jahr für Polestar Schweiz
Die Umstellung des Vertriebs mit der Einführung von klassischen Markenhändlern zahlt sich aus: Der Schweizer Polestar-CEO Andrea Caucci kann im Rückblick auf 2025 Rekordverkäufe verbuchen und freut sich für 2026 auf Modellneuheiten.

Die Schweden unter den Chinesen stehen zwar im Reich der Mitte (wo Polestar Autos baut) unter Druck, starten aber im heimischen Europa (wo Polestar sitzt und entwickelt) und auch in der Schweiz durch. Weltweit konnte die Elektroautomarke, hervorgegangen aus der Volvo-Sportabteilung und heute wie Volvo Tochter des chinesischen Geely-Konzerns, letztes Jahr 60’119 Autos verkaufen und somit ein Drittel mehr als 2024.
Auch der Schweizer Polestar-CEO Andrea Caucci kann sich über ein ausgezeichnetes vergangenes Jahr freuen. Der bisherige CFO und erfahrene Automanager übernahm ab Julli die Spitze und kann für 2025 stolze 1073 Immatrikulationen und somit ein Plus von 77,9 Prozent verbuchen. Das Geheimnis: Polestar-Händler statt nur Onlineverkauf.

Schweizer Händlernetz wächst
«Wir sind auch deutlich stärker gewachsen als der allgemeine Schweizer Elektroabsatz, der lediglich um 15,4 Prozent zulegen konnte», verrät der 36-jährige Italiener. «Vor allem die Umstellung unseres Retail-Modells hat viel Schub gebracht. Wir sind in der ersten Hälfte des Jahres mit vier Polestar-Locations gestartet, nun haben wir neun Retail-Locations.» Polestar setzt zwar weiterhin auch auf das Online-Verkaufsmodell, aber eben nun auch auf klassische Markenhändler. «Die Kundinnen und Kunden brauchen Händler, mit denen sie sich unterhalten können. Die Garage als Anlaufstelle bleibt auch künftig wichtig», so Caucci.

Kein Wunder, soll das Schweizer Händlernetz weiterhin wachsen. «Wir wollen dieses Jahr zwei bis drei neue Locations hinzufügen. Insgesamt streben wir etwa 15 Händler bis 2028 an, um das geplante Absatzwachstum auf eine stabile Säule zu stellen», so der Polestar-Chef. Er ergänzt, dass Polestar natürlich auch froh um die 65 schweizweiten Servicepunkte sei, die man dank der Nutzung des Schweizer Volvo-Händlernetzes nun habe und die als Anlaufstellen für die Polestar-Fahrerinnen und -Fahrer dienen.
Die Polestar-Modelle trafen letztes Jahr den Geschmack von Herr und Frau Schweizer: Der bereits fünfjährige Polestar 2 konnte mit 405 Immatrikulationen nochmals um fast ein Fünftel zulegen, beim sportlichen SUV Polestar 3 stiegen die Verkäufe mit 125 Stück gar um 58,2 Prozent. «Der Polestar 3 bekommt 2026 die neue 800-Volt-Plattform für mehr Leistung und schnelleres Laden», ergänzt Caucci. «Zudem tauschen wir – auch bei bereits ausgelieferten Modellen – den Zentralprozessor gegen einen leistungsstärkeren.» Und mit 543 Immatrikulationen gut angekommen ist auch das SUV-Coupé Polestar 4.

Polestar-Topmodell kommt jetzt
Caucci und sein Team freuen sich nun vor allem auf den bereits im Herbst an der IAA in München und der Auto Zürich vorgestellten Polestar 5. Der ebenfalls auf einer 800-Volt-Plattform basierende GT mit 650 kW/884 PS und einer Reichweite von 678 Kilometern wird diesen Sommer an die ersten Schweizer Kundinnen und Kunden ausgeliefert.
Wer schon früher – zumindest virtuell – im coolen Elektro-GT und neuen Topmodell Platz nehmen will, kann das im beliebten Videogame «Gran Turismo 7» und vom 22. Januar bis 2. Februar 2026 unter anderem auch im Zürcher Polestar Space an der Sihlstrasse 9 tun. Zusätzlichen Schub erhofft sich der Schweizer Polestar-Chef danach vom Polestar 7. Der elektrische Kompakt-SUV wird in einer brandneuen Volvo-Fabrik im slowakischen Košice vom Band laufen, soll 2028 starten und ab dann die Polestar-Verkäufe weiter in die Höhe treiben.


