50 Jahre VW Golf GTI: Jubiläumsparty am Klausen

Zum 50. Jubiläum der legendären drei Buchstaben gibt es eine Spassfahrt erster Sahne: In VW Golf GTIs aller acht Generationen geht es über den Klausenpass. Autosprint saust mit.

GTI-Karawane: Mit diesen VW Golf GTI aller acht Generationen ging es auf der Fahrt zum 50. Jubiläum des Golf GTI vom Zürichsee über den Klausenpass bis an den Vierwaldstättersee. Foto: Autosprint

Kopieren ist die höchste Form der Ehrerbietung. Moment – der VW Golf hat doch den GTI erfunden? Jein. Das Kürzel für «Gran Turismo Internazionale» (italienische Rennklasse), später «Gran Turismo Injection» (Einspritzung) gab es schon vor dem Golf 1 GTI, wie etwa 1962 bei Maserati. Aber erst der Golf GTI (der übrigens zuerst fast TS oder GTS geheissen hätte) machte es so populär, dass andere kopierten. Citroën etwa oder Suzuki. Aber: Es kann nur einen geben.

Der Urahn: Hier saust Autosprint-Redaktor Timothy Pfannkuchen im ersten VW Golf GTI von 1976 die Kehren des Klausenpasses hinab. Foto: Christof René Schmidt/VW

Wenig Power? Wenig Gewicht!

Von diesem einen plante VW anno 1976 behutsam 5000 Stück. Kleine Rennsemmeln waren nur Nischenprodukte, wildgewordene und trotzdem zum Brötchenholen taugende Kompakte noch nirgends. Es wurden dann fast 462’000 Golf 1 GTI und in den 50 Jahren seither 2,5 Millionen Golf GTIs.

Lahm? Nein, nur leicht! Im Golf 1 GTI von 1976 treffen 110 PS auf gerade mal etwas über 800 Kilo und machen noch heute richtig viel Spass. Foto: Autosprint

Im Golf 1 GTI von 1976 stecken nur 81 kW/110 PS. Aber treten gegen nur etwas über 800 Kilo an. Am Klausenpass sitzen wir auf flachen Karopolstern, krallen uns an dem dünnen Volant fest, schalten fleissig – und staunen, wie flott, behände und röhrig das 3,71 (zum Vergleich: Golf 8 GTI 4,29) Meter kurze Dünnblechmobil um Kehren saust und fette SUV nass macht. Vergnügen auf 13-Zöllern und der Beleg: Diät ist aller Fahrspass Anfang.

Von links die Golf GTIs der ersten, zweiten und dritten Serie. Autosprint gefällt die Nummer zwei am besten: Der Geist des Urahns, aber schon ein bisschen Moderne. Foto: Christof René Schmidt/VW

Moderner ohne Spassverlust

Umsteigen in den Golf 2 GTI, einen 1990er 16V mit 95 kW/129 PS. Ein Riesensprung! Das Gefühl, bei einem Crash keine Chance zu haben, ist weg – aber die fast pfostenlose Sicht rundum auch. Gefühlt für uns der beste der drei ersten GTIs: Der leichte Geist des Urahns, die Solidität heutiger «Gölfe». Weiter zum Golf 3 GTI. Unser 16V von 1995 mit 110 kW/150 PS würde heute noch im Alltag taugen: Airbags, geschäumte Kunststoffe, elektrische Helfer – ist der echt 31 Jahre alt? Nur die hohen Drehzahlen irritieren: Wie jetzt, kein sechster Gang?

Der Jüngste und Stärkste: Im Golf 8 GTI von heute stecken im Jubiläumsmodell «Edition 50» 325 PS. Foto: Christof René Schmidt/VW

Leider auslassen müssen wir aus Zeitgründen die Generationen vier bis sieben in Form von Editionsmodellen. Sie wurden von Schweizer GTI-Clubmitgliedern mitgebracht. Gegen Ende noch kurz in den Golf 8 GTI von 2026, Jubiläumsmodell «Edition 50» (ab 56’700 Franken) mit 239 kW/325 PS. Ein Allrounder, digitaler, sicherer, komfortabler, geräumiger. Langweilig? Ach was: Sportmodus an – fetzt! Ein Kurvenknacker, der uns zuröhrt: GTI bleibt sich treu.

Die Golf GTIs der Serien 1, 2, 3 und 8 wurden von Amag Classic bzw. VW Schweiz, die anderen von GTI-Clubmitgliedern für die Fahrt bereitgestellt. Foto: Christof René Schmidt/VW

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