Ford: Ein ziemlich vernünftiger Pickup
Pritschenwagen werden immer beliebter. Die Klasse mit einer Tonne Nutzlast wird vom Ford Ranger dominiert, den es nun mit Plug-in-Hybridantrieb gibt – eine noch rare Kombination.

Was in Amerika eher als klein gilt, ist bei uns schon riesengross. Mit einer Länge von fast 5,40 Metern passt der Ford Ranger nur knapp in die meisten öffentlichen Parkplätze. Dennoch lässt sich der Pickup gut im Alltag bewegen, er passt – gerade noch so – in Parkhäuser, fährt sich sehr komfortabel auf langen Strecken und ist durch seine grosse Ladefläche und die hohe Geländegängigkeit dank Allradantrieb und guten Böschungswinkeln auch ungemein praktisch.
Damit hat der Ford eigentlich alles, um Pickups auch bei uns zu einer beliebten Fahrzeugkategorie zu machen – denn obwohl man sie immer häufiger im Strassenbild sieht, sind Pritschenwagen bei uns nach wie vor Exoten. Das liegt auch daran, dass Pickups konzeptbedingt nicht gerade verbrauchsfreundlich sind. Nachdem die Einführung des rein elektrisch angetriebenen F-150 Lightning keine grosse Gegenliebe fand, setzt Ford beim kleineren Ranger nun auf einen Plug-in-Hybridantrieb (PHEV) – und dieser lässt sich tatsächlich recht sparsam durch den Alltag bewegen. Ausserdem ist er auch die stärkste Variante im Line-up, wenn man den Ranger «Raptor» einmal beiseitelässt.
Bescheidene E-Reichweite
Der Ranger ist praktisch, robust und preiswert und daher nicht nur für den professionellen Einsatz, sondern auch als Lifestyle-Pickup sehr beliebt. Deshalb führt er in Europa das Segment der Pickups mit einer Tonne Nutzlast mit einem Marktanteil von beeindruckenden 44 Prozent an. Als PHEV mit einer Kombination aus 2,3-Liter-Turbobenziner und E-Motor verspricht der Pritschenwagen einen WLTP-Verbrauch von 3,2 Litern auf 100 Kilometer. Im Alltag ist dieser Wert allerdings kaum zu erreichen. Denn mit seiner kleinen Batterie (11,8 kWh) schafft er mit einer Akkuladung in der Theorie zwar 43 Kilometer rein elektrisch, in der Praxis sind es aber deutlich weniger. Und da der Ranger nur an der 230-Volt-Dose geladen werden kann und eine Ladung vier Stunden dauert, wird man den Verbrennungsmotor oft in Anspruch nehmen. Wir notierten beim Test einen Schnitt von knapp 7,5 l/100 km.

Dank 10-Stufen-Automat und einem ausgewogen abgestimmten Fahrwerk fährt sich der Ranger PHEV sehr gesittet, erinnert mehr an einen SUV als an ein Arbeitswerkzeug. In der Topausstattung «Wildtrack» (ab 72’250 Franken) ist er überraschend hochwertig ausgestattet, gut schallisoliert und auch auf längeren Autobahnfahrten sehr bequem. Wer also dem Pickup-Lifestyle frönen will, findet in diesem Modell eine spannende Option – vernünftiger als der etwa gleich teure «Raptor», aber dennoch mit einem hohen Coolness-Faktor.

