Erste Fahrt im Mazda CX-5: Der sanfte Gleiter
Allein in der Schweiz ist jeder vierte Mazda ein CX-5. Darum ist die Lancierung der neuesten Generation des kompakten SUV für die japanische Marke so wichtig.

Mazda hat es als eine der wenigen Marken geschafft, sich mit seinen neuen Modellen auch neu und höher im Markt zu positionieren. Etwa mit den beiden grossen SUV CX-60 und CX-80, die auf derselben Plattform basieren, mit hochwertiger Verarbeitung und dem eleganten Mazda-Design gefallen, aber ganz unterschiedliche Bedürfnisse erfüllen. Doch bei den 74 Mazda-Händlern schweizweit sind nicht nur Kundinnen und Kunden im Showroom, die nach einem Upgrade Ausschau halten, sondern auch solche, die mit dem jetzigen Wagen und Preis-Leistungs-Verhältnis absolut zufrieden sind.
Deutlich grösser geworden
Bestes Beispiel dafür: der Mazda CX-5. Jeder vierte hierzulande verkaufte Mazda war zwischen 2012 und 2025 ein kompakter Crossover. Mit insgesamt 24’364 Stück verkauften sich die ersten beiden Generationen jeweils prächtig; selbst heute sind noch 19’900 davon auf Schweizer Strassen unterwegs. Nun fährt die komplett neue, dritte Generation vor. Der kompakte Familienbegleiter ist weiterhin sofort als Mazda mit dem eleganten Kodo-Design erkennbar, hat sich aber mit markanten Doppelscheinwerfern und wuchtigerem Grilldesign an seine grösseren Brüder CX-60 und CX-80 angeglichen. Der Crossover ist mit 4,74 Metern jetzt satte 11,5 Zentimeter länger, zudem 1,5 Zentimeter breiter und 3 Zentimeter höher. Das tut den gelungenen Proportionen jedoch keinen Abbruch.
Anlehnungen an Holzbaukunst
Seitlich unterstreichen die farblich abgesetzten Radhäuser die Robustheit des CX-5, den es als Allradler oder Fronttriebler gibt. Hübsches Detail – oder sagen wir Spielerei – sind die kleinen Ausbuchtungen nach oben an den Radhäusern. Sie sollen an die jahrtausendealte Holzbaukunst Japans erinnern und genau wie diese ohne Nägel formschöne und stabile Verbindungen schaffen oder eben demonstrieren. Beeindruckend ist beim CX-5 vor allem das Platzangebot. Den grösseren Radstand realisiert man besonders im Fond, wo man auf den im Verhältnis 40:20:40 umklappbaren Rücksitzen enorm viel Bein- und Kopffreiheit geniesst. Zudem ist der Gepäckraum auf grosszügige 583 Liter (+61 Liter) angewachsen. Klappt man die Rücksitze um, sind es neu gar 2019 Liter Stauraum (+381 Liter); sicherlich genügend für Familien, Reisen und diverse Freizeitaktivitäten.
Komfortabel und Top-Strassenlage
Auf den ersten Testkilometern im hügeligen Hinterland Barcelonas zeigt sich schnell: Die Lenkung könnte zwar noch etwas direkter sein, passt aber gut zum auf Komfort ausgelegten Fahrverhalten. Der CX-5 ist ein sanfter Gleiter, jedoch keine «Wankelbude», die bei jeder Kurve in die Knie geht. Der Crossover überzeugt mit sehr guter Strassenlage, die modifizierten Dämpfer liefern Toparbeit und bügeln üble Schläge und nervige Temposchwellen gekonnt aus. Hier kommt den japanischen Ingenieuren unter anderem die jahrelange Erfahrung des kurvenhungrigen Roadsters MX-5 zugute. «Jinba Ittai» – die perfekte Einheit und Verbindung von Ross und Reiter oder eben Fahrer und Fahrzeug – kommt bestens zur Geltung, selbst wenn das Ross in diesem Fall etwas mehr Temperament und Feuer haben könnte.
Geruhsame Kraftentfaltung
Denn ob mit Allrad oder Frontantrieb: Bis auf Weiteres gibt es den CX-5 zwar in vier Ausstattungsniveaus, aber nur mit einem einzigen Motor; ein Vollhybrid soll dann 2027 folgen. Der aktuelle 2,5-Liter-Benziner liefert 141 PS/104 kW und 238 Nm. Das ist im unteren und mittleren Drehzahlbereich mehr als beim Vorgänger, nur: Leistungsreserven gibt es kaum. Für den Alltag auf Schweizer Strassen reicht es, und die sanfte Sechs-Gang-Automatik passt ebenfalls zur geruhsamen Kraftentfaltung des Vierzylinders. Von 0 auf 100 km/h geht es in 10,5 Sekunden, im 4×4 sind es 10,9 Sekunden. Wer sich doch mal mehr Durchzug wünscht, sollte die Gänge über die Lenkradpaddel wechseln. Positiv: Gibt man sich der Gelassenheit des CX-5 hin, ist man im Segelbetrieb dank automatischer Zylinderabschaltung noch effizienter unterwegs. Die Werksangaben von 7,0 l/100 km (Allrad: 7,5 l/100 km) sind nicht berauschend, aber absolut realistisch.
Absolut fair ist vor allem der Preis des ab 37’800 Franken erhältlichen brandneuen Mazda CX-5. Damit liegt der Crossover sogar unter dem Preis des Vorgängers. Dafür bietet er auch im hübsch verarbeiteten Innern einiges: bequeme Sitze, gute Verarbeitung, eine 10,25-Zoll-Instrumentenanzeige und einen grossen 12,9-Zoll-Touchscreen mit recht intuitiver Bedienung, selbst wenn man sich auf der ersten Testfahrt manchmal noch zusätzliche Tasten gewünscht hätte. Gut gelöst sind dafür die neuen Lenkradtasten, die keine Rätsel aufgeben und rasche Menüwechsel ermöglichen, falls man nicht doch die Sprachbedienung bemühen will.


