Erste Fahrt im Dolphin G DM-i: Neue Form des «Diesels»
Mit dem Dolphin G DM-i lanciert BYD einen Kleinwagen mit Plug-in-Hybrid-Technologie und einer Reichweite, die man früher mit einem Dieselantrieb in Verbindung brachte. Autosprint war schon mit ihm unterwegs.

Unglaublich, mit welcher Geschwindigkeit die chinesischen Marken aktuell auf dem Schweizer Markt wachsen. Erst letztes Jahr im April startete BYD mit drei Modellen hierzulande. Aktuell hat die Marke bereits 31 Händler und will das Netz bis Ende Jahr schweizweit noch engmaschiger machen und auf 55 Standorte erweitern. Und aus den drei Modellen zum Start sind längst acht geworden, die es erlauben, rund 80 Prozent des Schweizer Marktes abzudecken.

BYD gewinnt massiv an Marktanteil
Nun fährt mit dem Dolphin G DM-i gar Nummer neun vor, und auch der 4,16 Meter lange Kleinwagen kommt zu einem absoluten Kampfpreis fürs Gebotene. Kein Wunder, kann die chinesische Marke massiv an Marktanteil gewinnen, verkaufte sie doch bislang bis Ende Juli 3332 Fahrzeuge und hat schon einen Marktanteil von 2,5 Prozent erreicht. Unter dem neuen Country Manager für die Schweiz, Ferdinando D’Apice, dürfte dieses Wachstum bei BYD weitergehen. Wie nachhaltig und kostspielig es für die Chinesen selbst und nicht nur für die etablierte Konkurrenz ist, wird sich weisen.

Doch zurück zum neuen Dolphin G, bei dem die BYD-Verantwortlichen nicht müde werden zu betonen, dass er für Europa entworfen und gebaut wurde. Schick sieht er aus, mit den schmalen LED-Leuchten, den versenkten Türgriffen und dem durchgehenden Leuchtband im Heck. Aussen kompakt (L × B × H: 4,16 × 1,83 × 1,57 Meter) und innen eigentlich erstaunlich geräumig präsentiert er sich. Schliesslich bietet er 425 Liter Kofferraum, werden die Rücksitze umgeklappt, sind es gar 1225 Liter. Das lässt sich sehen, genauso wie das stattliche Panoramadach im Kleinwagen. Nachteil jedoch: Dadurch ist die Kopffreiheit im Fond nicht allzu gross, aber wir sitzen ja auch lieber am Steuer als hinten.

Zusammenspiel von Elektro- und Benzinmotor harmoniert
Denn der wendige BYD macht auf der ersten Fahrt erstaunlich viel Laune, und das Zusammenspiel von 1,5-Liter-Vierzylinder und dem E-Motor funktioniert einwandfrei. Über Kippschalter könnte man nicht nur zwischen den Fahrmodi Boost, Comfort und Sport wählen, sondern auch die Antriebsart bestimmen: lieber elektrisch oder mit Zusatzschub vom Benziner. Doch die Software löst das bestens und setzt die 176 PS/129 kW und 210 Nm möglichst effizient ein. So sollen beim Dolphin G je nach Akkupaket (7,4 oder 18,3 kWh) satte 1020 oder 1040 km Reichweite, davon 40 oder 105 km rein elektrisch, möglich sein. Die grössere Batterie kann gar an der Schnellladesäule mit bis zu 39 kW geladen werden. Und damit der Akku perfekt temperiert wird, verfügt der kleine BYD über einen aktiven Kühlergrill, dessen Lufteinlässe sich öffnen oder schliessen.

So viel moderne Technik und Reichweite, dazu ein Head-up-Display, ein grosser Multimedia-Touchscreen, eine Lüftung für den Fond und zwei USB-C-Anschlüsse: Da müsste der Fronttriebler doch eigentlich teuer sein. Weit gefehlt. Trotz viel Hartplastik, einer als Fortschritt verkauften Kofferraumabdeckung aus dünnem Stoff und eines absolut nervigen Blinker-Tons, den man aber, wie uns mit einem Lächeln erklärt wird, selbstverständlich übers System anpassen kann, kommen viele Kunden und auch wir ins Grübeln. Denn der Dolphin G DM-i startet bereits ab 26’490 Franken.

