DS N°8 «Étoile»: Französische Extravaganz
Mag man sanfte Gleiter, spezielle Details und auffälligeres Design, dann sollte man das DS-Flaggschiff N°8 mal genauer unter die Lupe nehmen, wie der Autosprint-Test zeigt.

Allein schon der zweifarbige Auftritt mit dunkler Motorhaube, Front und dunklem Dach lässt das DS-Flaggschiff aus der Masse herausstechen. Die Extravaganz bezieht sich jedoch nicht nur auf die optionale Bicolor-Lackierung (Aufpreis 1900 Franken), sondern auf das Gesamtdesign des stattlichen Franzosen. Auch die markanten Leuchtgrafiken und die spezielle Lichtsignatur machen den 4,81 Meter langen und 1,90 Meter breiten N°8 «Étoile» zu einem Hingucker, aber doch noch nicht zu einem Wagen mit einem Stern. Das Innere des Fünfplätzers bietet luxuriöses Flair, viel Platz vorne wie hinten und vor allem einen riesigen Kofferraum mit 566 bis 1514 Litern Stauraum.

Etwas Luxus-Flair gewünscht?
Auch im Innern konnten sich die DS-Designer austoben, was Vor- und Nachteile hat. Details aus gebürstetem Aluminium oder auch die Bedienelemente und Lüftungsdüsen erinnern eher an Schmuck oder Uhren als an ein Fahrzeugcockpit. Dieses wirkt sehr edel, auch Konturierung und Ziernähte der Ledersitze verströmen Luxus-Flair, doch bei gewissen Elementen stimmt dann die Haptik nicht. Schade ist etwa der Hartplastik der Mittelkonsole. Daran kann auch das spezielle Strahlenmuster darauf nichts ändern. Teilweise sind zudem Bedienung und Tastenplatzierung etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir fahren den DS ja nur kurz. Woran wir uns rasch gewöhnt haben, ist die ausgezeichnete Massagefunktion, ob Katzenpfoten, Wellen oder Schmetterling. So möchte man die eh schon extrem komfortablen Sitze kaum mehr verlassen.

Vorausschauendes Fahrwerk
Total entspannt ist man mit dem Elektro-Allradler sowieso unterwegs. Typisch DS gleitet man sanft dahin und geniesst den hohen Fahrkomfort. Möglich macht dies unter anderem die DS Active Scan Suspension, die Strassenunebenheiten bis zu fünf Meter vor dem Fahrzeug erkennt und durch kontinuierliche Dämpfersteuerung, quasi in vorauseilendem Gehorsam, darauf reagiert. Mit 257 kW/350 PS und 509 Nm liefert die getestete Allradvariante bei Bedarf auch die nötige Dynamik und spurtet zudem locker in 5,4 Sekunden auf 100 km/h. Mag man es sportlicher, wird man sich trotz des 97,2-kWh-Akkus mit etwas weniger als den versprochenen 664 km Reichweite gemäss WLTP begnügen müssen.

Positiv: Vor Kurzem wurde der DS N°8 um die praktische «Plug & Charge»-Funktion erweitert, die nach dem Einstecken des Kabels ohne Authentifizierung den Ladevorgang automatisch startet. Kostet zwar 1400 Franken Aufpreis, erhöht aber den Komfort. Apropos Kosten: Mit insgesamt 82’400 Franken hatte die französische Extravaganz bei unserem Testwagen ihren Preis. Klar geht’s günstiger: N°8 «Pallas» mit 169 kW/230 PS, Frontantrieb und 73,7-kWh-Akku ab 49’900 Franken, doch dann muss man auf einiges an Flair und Charme verzichten.

Expertenmeinung DS N°8 «Étoile»
Der Franzose mit seinem auffälligen Design – aussen wie innen – gefällt als sanfter Riese mit hohem Fahrkomfort und viel Platz. Als edle Long-Range-Variante mit Allrad hat er aber auch seinen Preis.

Vorteile
+ Komfortabel, trotz Grösse fast sänftenartiges Fahrverhalten
+ Extravagantes Design, das aus der Masse heraussticht
+ Viel Stauraum und hoher Komfort inkl. Massagesitze

Nachteile
– Etwas eingeschränkte Übersicht
– Gewöhnungsbedürftige Bedienung und Tastenplatzierung

