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22. Januar 2011
Fulda Challenge Tag 5: Bachnass bei 40 Grad minus
Eagle Plains liegt hinter dem Fulda-Challenge-Tross. Auch am fünften Wettkampftag der 11. Fulda Challenge zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite. Die sportliche Motivation der Athleten ist ungebrochen.
Die 17 mit Fulda Kristall 4x4 bereiften VW Touareg brachten die Teilnehmer sicher über den MacKenzie River. Der wird im Winter auf dem Eis überquert. Maximal 64 Tonnen schwere Trucks dürfen drüber fahren. In Kanada sind solche Vehikel keine Seltenheit. Die Autofähre am Ufer hält Winterschlaf. An diesem idyllischen aber wieder mal saukalten Platz, hatte Hans Joachim Stuck die nächste Herausforderung vorbereitet.
Car Pulling heisst sie. Teamweise muss dabei ein VW Touareg mit blosser Körperkraft über eine Eisbrücke des McKenzie Rivers gezogen werden. Bei Minus 44 Grad und einem Eiswind ein Kraftakt sondergleichen. Denn der Volkswagen wiegt bepackt mit der polaren Ausrüstung rund 2,4 Tonnen. «Der ist so schwer zu ziehen, weil die Fulda-Reifen auf Eis und Schnee gut haften», hört man es aus der Schweizer Ecke scherzen. Wenn nur diese verdammt eiskalten Hände nicht wären.
Evelyne Binsack und Renzo Blumenthal legten eine ausserordentlich kraftvolle Zugnummer hin und klassifizieren sich in dieser Disziplin im guten Mittelfeld. Dann ging es mit dem Lunchpaket auf dem Schoss weiter nach Inuvik. Dort mussten die Athleten ihr eigenes Nachtlager erschaffen. Denn geschlafen wird in «Quinzees», sogenannten Schneehöhlen. Sie geben Schutz vor der arktischen Kälte, denn in ihrem Inneren beträgt die Temperatur konstant vergleichweise milde minus 15 Grad. Wie die Maulwürfe wühlen sich Athleten durch die Schneehaufen, graben sich ein. Als Juror fungierte ein einheimischer Inuit. Evelyne und Renzo gaben wieder mal alles und konnten als zweite Mannschaft Richtfest feiern. Trotz minus 40 Grad waren die beiden bachnass von ihrem gelobten Totaleinsatz. «Ich habe schon als kleiner Junge Schneehöhlen vor unserem Haus gebaut», erklärte Renzo den Erfahrungsvorsprung.
Morgen geht die Fulda Challenge 2011 in die letzte Runde. Über die legendäre Ice-Road – sie ist unter anderem bekannt durch diverse Reportagen über die Lkw-Fahrer, die hier Frachten chauffieren – muss Kanadas nördlichste Siedlung erreicht werden. Tuktoyuktuk repräsentiert das letzte Bollwerk der Zivilisation vor dem Nordpol. Hier müssen sich die Teilnehmer der Fulda Challenge dem letzten Event stellen. Wer am Ende dieses arktischen Zehnkampfes den Sieg davonträgt, bleibt abzuwarten. Aber vieles deutet daraufhin, dass die Entscheidung zwischen dem Team Österreich und Schweiz fällt.
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